Er selbst wuchs als Kind einer jüdischen Familie in Mitteleuropa auf. Sein Vater war ein deutschsprachiger Jude, seine Mutter stammte ebenfalls aus einer assimilierten jüdischen Familie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste die Familie fliehen. Sie gingen zunächst nach Frankreich, in der Hoffnung, dort sicher zu sein.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Saul als Kind von seinen Eltern getrennt, um ihn zu schützen. Er lebte unter falscher Identität in einem katholischen Internat in Frankreich und wurde dort getauft, ohne seine jüdische Herkunft vollständig zu verstehen. Seine Eltern wurden 1942 von den Nationalsozialisten verhaftet und später im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.
Nach dem Krieg erfuhr Saul Friedländer von seinem jüdischen Hintergrund und dem Schicksal seiner Eltern. Diese Erkenntnis prägte sein weiteres Leben stark. Er emigrierte später nach Israel und begann sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung zu beschäftigen.
Als Historiker wurde er international bekannt. Besonders wichtig sind seine Arbeiten über den Holocaust, in denen er nicht nur politische Entscheidungen, sondern auch die Erfahrungen der Opfer einbezog. Seine Werke gelten als bedeutender Beitrag zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus.